Über uns

Scienzz.de wurde als Wissenschaftsportal von freien Journalisten im Jahr 2004 in Berlin gegründet. Seither hat es beträchtliche Veränderungen durchlaufen, die nicht nur technischer Art waren. Das Portal ist durch die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte gewissermaßen durchgeschüttelt und aus dem engen Themenbereich der Wissenschaft herauskatapultiert worden. Wir mussten uns mit den Veränderungen auseinandersetzen, aber scienzz – eine ironische Verballhornung des englischen Science – blieb am Leben. Hilfreich waren zwei Faktoren: Es ist kein Periodikum mit regelmäßigem Erscheinungszwang und es ist politisch unabhängig. So konnten sich die Macher Phasen der Reflexion und Neuorientierung leisten, wie im 2. Halbjahr 2024, ohne aufgeben zu müssen. Die früheren Artikel sind über die Wayback Maschine unter web.archive.org zu finden.

Den Hintergrund für die Öffnung sehen wir in einer weitgehenden Veränderung des Wissenschaftsbegriffs wie auch im Verlust der Wissenschaftsfreiheit. Seit dem Beginn der Neuzeit hat sich ein technokratischer Wissenschaftsbegriff herausgebildet, der die spirituelle Seite des Lebens und des Universums negiert und ausblendet. Der Wissenschaftsbetrieb wurde Schritt für Schritt nicht nur zum Mittel der Profitmaximierung umfunktioniert – das gibt es seit über einhundert Jahren – sondern hat  seit Beginn der 2.000er Jahre zur Ablösung und Negierung gesellschaftlicher und religiöser Normen und Werte geführt. Er modelliert „neu entdeckte Gefahren“ aus Natur und Massengesellschaften und hat methodisch die empirische Wissenschaft weitgehend über Bord geworfen. Staatlich und privat geförderte Wissenschaft ist zur willfährigen Hilfstruppe der Mächtigen geworden, zum neuen Angstmacher und ersetzt Kirche, Papst, Hölle und Parteien.

Die westlichen Tendenzen, die souveränen Nationalstaaten zurückzudrängen, ja aufzulösen, waren bereits seit der Jahrtausendwende auch in der Wissenschaft zu beobachten. Der Machtzuwachs der supranationalen Organisationen im Dunstkreis der unilateralen Weltordnung, welche das US-Imperium, und im Schlepptau auch die EU, zu schaffen gedachten, begann mit dem Ende des Kalten Krieges. Sie erschienen in den Narrativen über das Ende der Geschichte, den „War on Terror“ und die Klimakrise. Die politische Instrumentalisierung von Wissenschaft im Dienste von Macht und Weltherrschaft offenbart sich im vollen Umfang in Rüstungstechnik, Digitalisierung und Massenvernichtungswaffen – und natürlich in der Vielzahl der Kriege. Die Wissenschaft, die so gerne vom Fortschritt der Menschheit spricht, den man ihr zu verdanken habe, hat die Spezies Mensch mit in eine existenzielle Krise begleitet. Dagegen gewehrt hat sie sich nicht wirklich.

Scienzz berichtet heute aus dem gesamten Spektrum von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur. Wir publizieren über die Veränderungen der gegenwärtigen Weltordnung und ihrer Produktionsweisen, über die Vorgänge in den Gesellschaften im globalen Westen, wie auch von der globalen Mehrheit, die sich zu organisieren beginnt. Scienzz lebt von der Unterstützung seiner Leserschaft. Wir befinden uns nicht in einer Konkurrenzsituation zu den Systemmedien. Wir sind stattdessen eine Plattform für offenen Austausch und Diskussion. Daher ist die Präsentation unterschiedlicher, auch gegensätzlicher Meinungen selbstverständlich. Wir arbeiten mit am Entstehen einer neuen demokratischen Kultur.