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10.12.2017 - RELIGIONSGESCHICHTE

Suche nach dem Zusammenhang zwischen Historie und Glauben

Ein Jesus-Handbuch bilanziert den Stand der Forschung

Jesus und die Politik, Jesus im Lichte der Qumran-Texte, Jesus aus der Sicht der modernen Archäologie, die apokryphen Evangelien über Jesus, Jesus und die Frauen … Auf dem Büchermarkt und in den Fernsehmagazinen ist die Gestalt des Jesus von Nazareth allgegenwärtig. Inwieweit das, was dort unter dem Stichwort „Jesus“ angeboten wird, mit historischer Erkenntnis zu tun hat oder mehr mit den aktuellen Moden unserer Gegenwartskultur, ist eine andere Frage. Die beiden Theologen Jens Schröter und Christine Jacobi von der Berliner Humboldt-Universität haben jetzt ein umfangreiches Handbuch herausgebracht, das den aktuellen Stand der Forschung zum „historischen Jesus“ zusammenfasst. > mehr

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magazin

05.12.2017 - IDEENGESCHICHTE

Die Sehnsucht nach den reinsten Quellen

Vor 300 Jahren wurde Johann Joachim Winckelmann geboren

Das Verdammungsurteil hat Egon Friedell 1927 in seiner „Kulturgeschichte der Neuzeit“ gesprochen: Johann Joachim Winckelmann sei „Ausgangspunkt einer der verhängnisvollsten Verirrungen des deutschen Geistes" gewesen. Friedell lieferte auch gleich eine psychologische Erklärung für diesen „Irrweg“. Die Kulturepoche des Klassizismus, die Winckelmann begründete, sei auf dessen erotische Vorlieben zurückzuführen: „Das homosexuelle Auge sieht vorwiegend Kontur, Plastik, ist ohne Empfindung für rein malerische Eindrücke." Nun ja, ob die großen Linien der Geschichte derart einfach auf Individuelles zu reduzieren sind, darf man bezweifeln. Dass Winckelmann, der am 9. Dezember 1717, vor 300 Jahren, als Sohn eines Schuhmachers in Stendal in der Altmark geboren wurde, sowohl die Kulturepoche des Klassizismus als auch die Wissenschaft der Kunstgeschichte begründen würde, war ihm jedenfalls nicht in die Wiege gelegt. > mehr


02.12.2017 - LITERATURGESCHICHTE

"Zugang zu Sachverhalten, die geistig Gesunden verschlossen sind"

Der Wahnsinn in Literatur und Künsten

„Hörst du nicht das Wiehern der Rosse“, fragt Don Quijote seinen Knappen, „das Blasen der Trompeten, das Rollen der Trommeln?“ „Ich höre nichts anderes“, antwortet Sancho, „als vielfaches Blöken von Schafen und Hammeln.“ Doch Don Quijote lässt sich nicht beirren. Er gibt seinem Pferd die Sporen, stürmt mit eingelegtem Speer auf die Schafherde los und richtet ein Blutbad an. Kein Zweifel, Don Quijote ist ein Narr, ein Verrückter, ein Wahnsinniger. Ist es ein Widerspruch, dass dieser Narr immer wieder auch Anzeichen einer höheren Vernunft erkennen lässt? > mehr


27.11.2017 - ENGLISCHE LITERATUR

Die Welt zu ärgern - und zu unterhalten

Vor 350 Jahren wurde Jonathan Swift geboren, der Autor von "Gullivers Reisen"

Abenteuerlicher hat wahrscheinlich selten ein Manuskript seinen Verleger erreicht. An einem Augustabend des Jahres 1726 fuhr eine Droschke in London am Haus von Benjamin Motte vorbei. Eine Hand reckte sich aus dem Fenster und warf ein Paket vor die Haustür. Dann verschwand die Droschke wieder im Dunkel. Zwei Monate später kam eines der meistgelesenen Bücher der Weltliteratur auf den Markt, betitelt „Reisen in verschiedene ferne Länder der Erde“. Als Verfasser war „Lemuel Gulliver“ angegeben, „erst Wundarzt, später Kapitän mehrerer Schiffe“. Der Autor, Jonathan Swift, würde am 30. November seinen 350. Geburtstag feiern. > mehr


22.11.2017 - FILM

Sehnsucht nach einem heilen Familienleben - und nach einer "landesmütterlichen" Politik

Ein Jahrhundert Filmkunst rund um Kaiserin Sissi

Was macht ein „typisch“ deutsches Weihnachtsfest aus, nicht in der angeblich „guten, alten Zeit“, sondern in unserer Gegenwart? In vielen Familien behauptet natürlich weiterhin der geschmückte Weihnachtsbaum sein Recht, oft mit der Krippe darunter, mit dem Absingen von Weihnachtsliedern und dem Verzehren des zu Weihnachten passenden Gebäcks. Aber in unserer von Massenmedien geprägten Welt ziemlich oft wohl auch das Anschauen von TV-Programmen, die zu Weihnachten seit Jahrzehnten irgendwie dazugehören. Da kommt am Heiligen Abend, wie es sich versteht, Loriots „Familie Hoppenstedt“. Und an den folgenden Feiertagen, alle Jahre wieder, Romy Schneider als Kaiserin Sissi, 312 Minuten lang. > mehr


17.11.2017 - KARTOGRAPHIE

Atlantis und das Paradies, die Insel des hl. Brendan und das Reich des Priesterkönigs

Irrtuemer und Luegen auf Landkarten

Vielleicht war es ja wirklich die CIA. Im späten 20. Jahrhundert stritten sich Mexiko und die USA um die Ölförderrechte im Golf von Mexiko. Da war jede kleine Insel, wie winzig auch immer, geeignet, einen Anspruch auf Hoheit über die umliegende Wasserfläche zu begründen. So verzeichnete der offizielle Atlas der Mexikanischen Republik von 1921 etwa 200 Kilometer nordwestlich der Halbinsel Yucatán eine unbewohnte Insel mit Namen „Bermeja“ oder „Vermeja“. Im Jahr 1997 schickte die mexikanische Regierung ein Schiff aus, um die genaue Lage dieser Insel festzustellen. Gefunden wurde – nichts, außer eben Wasser. 2000 musste Mexiko einen Teilungsvertrag mit den Vereinigten Staaten unterschreiben, in dem die Insel nicht berücksichtigt war. Aber man gab die Hoffnung noch nicht auf. 2009 suchten Forscher der Universität Mexiko erneut mit Schiff und Flugzeug den Golf ab. Die Insel blieb verschwunden. > mehr


14.11.2017 - KUNST- UND LITERATURGESCHICHTE

"Der Jugend erste Blüte"

Das Motiv der Entjungferung in Kunst und Literatur

Ein blondes Mädchen, vielleicht 15 oder 16 Jahre alt, beugt sich weinend über sein totes Vögelchen. Mit Myrtenzweigen geschmückt, liegt der kleine Liebling wie aufgebahrt auf der Oberseite eines hölzernen Käfigs. „Welch reizende Elegie“, begeisterte sich der Schriftsteller Denis de Diderot 1765 in seiner Kritik dieses Gemäldes von Jean-Baptiste Greuze, das gerade im Pariser „Salon“ ausgestellt war. „Bald ertappt man [der Betrachter] sich dabei, wie man mit dieser Kleinen plaudert und sie tröstet.“ Man dürfe allerdings nicht glauben, schrieb Diderot einige Sätze später, „dieses kleine Mädchen beweine nur seinen Kanarienvogel“. Doch mit keinem Wort sagte der Kritiker, worum es seiner Meinung nach wirklich ging, er begnügte sich mit Andeutungen. „Nun ja, ich verstehe“, sagte er in einem fiktiven Dialog mit dem Mädchen, „er liebte Sie, er schwor es Ihnen […] Er litt so sehr. Wie kann man denn leiden sehen, was man liebt?“ > mehr


10.11.2017 - IDEENGESCHICHTE

Persil und der Sarotti-Mohr

Genese und Gegenwart des Rassismus in Deutschland

Es ist eine der meistillustrierten Szenen der biblischen Geschichte: Jesus betete mit dreien seiner Jünger im Garten Gethsemane. Da „kam Judas, einer der Zwölf, mit einer Schar von Männern […], sie waren von den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten geschickt worden. Der Verräter hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist es.“ Der Künstler des sogenannten Chichester-Psalters aus dem 13. Jahrhundert ließ sich neben den Heiligenscheinen für Jesus und seinen Jünger Petrus einerseits, den kappenförmigen „Judenhüten“ für die Häscher andererseits noch einen weiteren Kunstgriff einfallen, um in das Menschengewirr in seiner Miniatur Ordnung zu bringen: Er gab Jesus und dem Jünger eine helle Hautfarbe, den Häschern eine dunkle. > mehr


06.11.2017 - ZEITGESCHICHTE

100 Jahre Mythos Oktoberrevolution

Ein Sturm, der nicht stattfand - und dennoch die Weltgeschichte veraenderte

Auf einen Kanonenschuss des Panzerkreuzers "Aurora" hin stürmten frühmorgens am 7. November 1917 (es war der 25. Oktober des gregorianischen Kalenders) opferbereite Rotgardisten den ehemaligen Zarenpalast in Petrograd, in dem inzwischen die provisorische Regierung Russlands ihren Sitz hatte. Nach verlustreichen Kämpfen konnten sie das "Winterpalais" erobern. So hat sich die "Oktoberrevolution" in das kollektive Gedächtnis von Millionen und Abermillionen Menschen eingeprägt. Den Kanonenschuss gab es tatsächlich. Was allerdings den "Sturm" betrifft … Selbst die Sieger taten sich später schwer damit, das Geschehen heroisch zu verklären. Josef Stalin sprach in einem Buchvorwort etwas vage von der "verhältnismäßigen Leichtigkeit", mit der es der "proletarischen Revolution" in Russland gelungen sei, "die Ketten des Imperialismus zu sprengen und so die Macht der Bourgeoisie zu stürzen". > mehr

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